BMBF hat bereits fast 1.000 Aufstiegsstipendien vergeben

12.05.2009 | Berlin
Neue Auswahlrunde / Schavan: "Bund und Länder erleichtern den Weg zum Studium ohne Abitur" / Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte verbessert /

Mit bislang 983 vergebenen Aufstiegsstipendien hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits jetzt das ursprünglich für Ende 2009 gesetzte Ziel von 1.000 Stipendien fast erreicht. In der vergangenen Woche wurde eine neue Auswahlrunde für das Programm eröffnet. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu am Dienstag in Berlin: "Ich freue mich, dass bereits so viele beruflich qualifizierte Begabte in die Förderung aufgenommen werden konnten. Diese talentierten Berufstätigen können jetzt mit viel Ehrgeiz zu neuen Zielen aufbrechen. Insofern ist es besonders erfreulich, dass die Länder den Hochschulzugang von beruflich qualifizierten Bewerbern gerade erst deutlich erleichtert haben. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gilt: Bildung, insbesondere ein Studium, ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit." Nur neun Monate nach Start der Aufstiegsstipendien wurden in den ersten beiden Auswahlrunden bereits 4.000 Bewerbungen um eine Studienförderung eingereicht. Das Programm wurde daher für das Jahr 2009 um rund 500 Stipendien aufgestockt. Eine Bewerbung um ein Aufstiegsstipendium im Internet ist ab sofort bis zum 10. Juli möglich. Weitere Auswahlrunden sind geplant.

Das Programm "Aufstiegsstipendium" ist ein Kernelement der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung "Aufstieg durch Bildung". Nur beruflich Qualifizierte, die über eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren verfügen, können in die Förderung aufgenommen werden. Das Programm richtet sich insbesondere an diejenigen, die ihren Hochschulzugang durch Ausbildung, Fortbildung oder Berufspraxis erworben haben. Schavan: "Die Bundesregierung fördert mit den Aufstiegsstipendien die beruflichen Aufstiegschancen für begabte Fachkräfte. Außergewöhnliche Leistungen in Schule, Studium und Beruf werden damit gleichermaßen anerkannt und gefördert." Das Programm wird von der Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB) durchgeführt.

Um beruflich Qualifizierten den Hochschulzugang zu erleichtern haben die Kultusminister der Länder im März einen entsprechenden Beschluss gefasst. Absolventen hochwertiger Aufstiegsfortbildungen, insbesondere Meister und Techniker, erhalten eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Verbesserungen gibt es auch für Absolventen mindestens zweijähriger Berufsausbildungen und mit mindestens dreijähriger Berufspraxis. Sie erhalten die fachgebundene Hochschulreife: Nach Abschluss eines speziellen Eignungstests oder eines Probestudiums können sie in einem ihrer Berufsausbildung vergleichbaren Bereich ein Studium aufnehmen. "Die schnelle Umsetzung der Beschlüsse des Bildungsgipfels zeigt, dass die Maßnahmen von Bund und Ländern ineinander greifen und wir gemeinsam den Aufstieg durch Bildung erleichtern wollen. Studieren wird verstärkt auch ohne Abitur möglich sein. Das Aufstiegsstipendium sorgt dafür, dass beruflich Begabte sich voll auf ihr Studium konzentrieren können und schon bald bei der Rückkehr ins Berufsleben von ihrer wissenschaftlichen Weiterbildung profitieren werden," sagte Schavan. Bund und Länder hatten beim Bildungsgipfel im Oktober 2008 ein Aufstiegspaket vereinbart, das bis 2010 konkrete Schritte zur höheren Durchlässigkeit für Berufserfahrene vorsieht.

Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Aufstiegsstipendium 650 Euro sowie 80 Euro Büchergeld. Zusätzlich gibt es eine Kinderbetreuungspauschale von 113 Euro für das erste Kind und jeweils 85 Euro für jedes weitere. Stipendiatinnen und Stipendiaten, die in einem berufsbegleitenden Studiengang studieren, erhalten jährlich 1.700 Euro für Maßnahmekosten.

Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

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