Die EFI-Kommission schlägt einen akteursoffenen Gesamtansatz vor, der alle Beteiligten im Wissens- und Technologietransfer einbindet. Kernelemente sind standardisierte Abläufe, Modellverträge und schnellere Schutzrechtsverhandlungen. Zusätzlich wird gefordert, Transferabteilungen dauerhaft zu finanzieren und die Third Mission gleichwertig neben Forschung und Lehre zu platzieren. Dies soll nicht nur Ausgründungen beschleunigen, sondern auch Industrieexpertise an Hochschulen binden und somit Deutschlands Wettbewerbsvorteil im globalen Biotechnologiesektor stärken. Langfristige Ressourcenplanung, gezielte Personalgewinnung und Praxisorientierung sind Bausteine.
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Kommission mahnt Integration verschiedener Transferpfade und schnelle IP-Verhandlungen an
Im Rahmen des Gutachtens 2026 zeigt die EFI-Kommission Wege auf, um den Technologietransfer an Hochschulen effizienter zu gestalten. Geplant ist die offizielle Verankerung des dritten Auftragsfeldes in universitären Leistungsprofilen und die dauerhafte Bereitstellung finanzieller Mittel aus regulären Etats. Darüber hinaus wird ein umfassender Gesamtrahmen empfohlen, der alle relevanten Akteure einbindet, Transferkanäle koordiniert und mit standardisierten IP-Verfahren sowie Lizenzvorlagen Verfahren beschleunigt und Transparenz schafft um Gründungen fördern Produkte zu realisieren.
Tiefere und breitere Technologietransfers erfordern Industriekompetenz in stabilen Hochschulteams
Thomas Hanke, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Technologietransfer bei BIO Deutschland, unterstreicht die Bedeutung, den Transfer biotechnologischer Innovationen an Hochschulen als dritte zentrale Aufgabe neben Forschung und Lehre zu verankern. Dabei sieht er Ausgründungen als essenzielle Innovationstreiber und fordert eine langfristig gesicherte Finanzierung eigenständiger Transferstellen. Gleichzeitig plädiert er für gezielten Personalaufbau mit erfahrenen Industrieexpertinnen und -experten, um sowohl die Tiefe als auch die Breite der Wissenstransfers nachhaltig auszubauen und messbar zu optimieren.
Standardisierte institutionelle Prozesse und Modellverträge sollen IP-Verhandlungsdauer signifikant reduzieren
Nach Ansicht der EFI-Kommission soll eine integrative, alle Akteure berücksichtigende Strategie für Technologietransfer erarbeitet werden, die diverse Pfade wie Lizenzvergaben, Forschungspartnerschaften und Ausgründungen umfasst. Birgit Kerber, zuständig für Technologietransfer, befürwortet einheitliche Prozessvorgaben und standardisierte Vertragsvorlagen, um langwierige Schutzrechtsverhandlungen zu verkürzen. Sie weist darauf hin, dass eine pauschale Einheitslösung nicht umsetzbar ist, doch ein Rahmenwerk klare Orientierungspunkte liefert und Abläufe effektiver gestaltet und nachhaltig weitreichend Innovationstreiber in Forschung und Wirtschaft stärkt.
Modellspezifische Vertragsvorlagen minimieren Verhandlungsdauer und steigern Transfergeschwindigkeit universitärer Forschungsergebnisse
Die Expertin verweist auf den erfolgreichen Transfer universitärer Forschung mittels BioNTech, der exemplarisch zeigt, wie Wissenstransfer funktionieren kann. Sie unterstreicht die Bedeutung von strukturell verankerten Transferzentren und langfristiger Ressourcenplanung, um wissenschaftliche Ergebnisse nicht in Schubladen zu verstauben. Standardisierte Vertragsmuster reduzieren Verhandlungskomplexität, während verlässliche Budgetlinien Vertrauen schaffen. So lassen sich spezialisierte Transferteams optimal aufstellen und leisten einen Entscheidenden Beitrag, um Forschungsergebnisse schnell marktreif zu konzipieren und gleichzeitig langfristige, nachhaltige Markterfolge ermöglichen.
Bronsema lobt neues Gutachten zur Hightech-Agenda und verbesserten Transferstrukturen
Viola Bronsema, als Geschäftsführerin von BIO Deutschland, hebt hervor, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei Biotechnologie-Patentanmeldungen rückständig ist und in den vergangenen zehn Jahren kaum Fortschritte erzielt hat. Sie befürwortet die Empfehlungen des Gutachtens, die Hightech-Agenda gezielt voranzutreiben und durch optimierten Technologietransfer die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse zu beschleunigen, um die Innovationsdynamik zu stärken und die Position deutscher Biotech-Unternehmen im globalen Wettbewerb nachhaltig zu verbessern. Effiziente Prozesse klare Verantwortlichkeiten seien unerlässlich.
Expertengewinnung und Kooperationen profitieren von dauerhafter Transferfinanzierung an Hochschulen
Mit Blick auf die EFI-Empfehlungen entstehen dauerhafte Strukturen und planbare Budgets für den Technologietransfer an Hochschulen. Die Third Mission wird neben Forschung und Lehre als dritte Säule institutionalisiert und erhält eigenständige Mittel. Eine ganzheitliche Transferstrategie vernetzt Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Einheitliche Schutzrechtsprozesse und Modellverträge verkürzen Verhandlungen und erleichtern Ausgründungen. Hochschulen rekrutieren gezielt Experten mit Industrieerfahrung, professionalisieren Transferabteilungen und stärken damit Deutschlands Position im internationalen Biotechnologie-Wettbewerb. Planungssicherheit und Effizienz werden konsequent verbessert.

