Generalistische Pflegeausbildung: Rahmenlehrplan, Prüfungsordnung & Gehalt: Das ist 2021 für Sie drin!

Die Generalistische Pflegeausbildung wurde neu ausgelegt. Das heißt, dass die bisherigen Berufsbilder der Pflegeberufe zusammengefasst wurden. Fachliche Schwerpunkte aus allen Pflegeberufen fließen mit ein.

Die generalistische Pflegeausbildung: Mehr Flexibilität in der Pflege

Einst gab es die drei Berufe Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Diese wurden abgeschafft und durch den universellen Beruf der Pflegefachfrau bzw. des Pflegefachmannes ersetzt.

Hierbei findet in den ersten zwei Ausbildungsjahren eine generalisierte Ausbildung statt, im dritten Lehrjahr gibt es die Möglichkeit, eine Vertiefungsrichtung festzulegen.

Vorteile durch die generalistische Pflegeausbildung

Die Bundesregierung hatte das Pflegeberufereformgesetz auf den Weg gebracht, dieses gilt nun bereits seit dem 1. Januar 2020. Es sorgt dafür, dass die Ausbildung in der Pflege generalistisch ist, was bedeutet, dass es ein universelles Berufsbild gibt.

Aus allen drei bereits genannten Berufen fließen die wichtigsten Schwerpunkte in die Pflegeausbildung ein, sodass jemand, der als Altenpfleger arbeitet, auch als Kinderkrankenpfleger tätig sein kann.

Die generalistische Pflegeausbildung hat dabei einige Vorteile vorzuweisen:

  • breit aufgestellte Ausbildung
  • Sicherstellung der Versorgung aller pflegebedürftiger Menschen
  • keine Altersbeschränkung der Patienten
  • in vielen Pflegebereichen einsetzbare Fachkräfte
  • internationale Ausrichtung

Generalistische Pflegeausbildung: Aufbau der Ausbildung laut Pflegeberufegesetz (Video)

Das Pflegeberufegesetz wurde überarbeitet und nun durch das Pflegeberufereformgesetz ersetzt. Dieses regelt die gesamte Pflegeausbildung, die drei Jahre dauert und mit einer staatlichen Prüfung abschließt.

Die Ausbildung selbst ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert, wobei auf die Theorie 2.100 Stunden und auf die Praxis 2.500 Stunden entfallen. Nach den ersten beiden Schuljahren muss eine Zwischenprüfung stattfinden, wobei hierfür das Bestehen der Prüfung laut Pflegeberufegesetz nicht nötig ist.

Die generalisierte Ausbildung sieht vor, dass nach der Zwischenprüfung (auch bei Nichtbestehen) fortzufahren ist und dass im dritten Lehrjahr eine Vertiefung angestrebt werden kann.

Video: Generalistische Pflegeausbildung | Ausbildung | Beruf

Vertiefungsmöglichkeiten in der Pflegeausbildung

Durch die neue generalistische Ausbildung und das zugrunde liegende Pflegeberufegesetz soll sichergestellt werden, dass die Pflegefachleute in allen Pflegeberufen arbeiten können. Dennoch wurden Vertiefungsmöglichkeiten ins Leben gerufen, die ab dem dritten Lehrjahr relevant werden.

Die Ausbildungszeit kann in den ersten zwei Jahren dafür genutzt werden, eigene Schwerpunkte zu finden und dann besondere Kenntnisse zu erwerben. Die Generalistik sorgt dafür, dass dennoch alle Pflegefachkräfte ein bestimmtes fachliches Niveau mitbringen.

Zudem besteht die Wahl zwischen diesen drei Wegen für das dritte Lehrjahr:

  1. generalisierte Ausbildung fortsetzen
  2. Vertiefung als Krankenpfleger wählen
  3. Altenpfleger als Vertiefungsrichtung wählen

Diejenigen, die die generalistische Pflegeausbildung fortsetzen, schließen die Lehre als Pflegefachfrau/-mann ab. Wer sich für eine Vertiefung entscheidet, erwirbt den Abschluss als Altenpfleger/in oder Kinderkrankenpfleger/in. Dadurch, dass die Pflegeausbildung generalistisch angelegt ist, wird die Tätigkeit in einem der anderen beiden Bereiche aber nicht ausgeschlossen.

Möglich ist eine weitere Ergänzung zur Pflegeausbildung: das Studium. Erworben wird der Bachelor of Science im Bereich der Pflege.

Tipp: Mit der abgeschlossenen Pflegeausbildung kann das Studium um die Hälfte verkürzt werden!

Sowohl Männer als auch Frauen sind in der Pflege tätig. ( Foto: Shutterstock-Kzenon)

Sowohl Männer als auch Frauen sind in der Pflege tätig. ( Foto: Shutterstock-Kzenon)

Rahmenlehrplan und Ausbildungsmöglichkeiten (Video)

Das neue Pflegeberufegesetz sieht entsprechend der gewünschten Generalistik eine bundesweit einheitliche Ausbildung in der Pflege vor. Damit alle drei Berufe zusammengefasst und generalistisch behandelt werden können, wurden die Ausbildungsinhalte überarbeitet und angepasst.

Nun muss in zwei Lehrjahren das Wissen vermittelt werden, was ohne Generalistik in drei Jahren gelehrt worden wäre. Erst im dritten Jahr ist dann mehr Zeit für individuelle Inhalte, sofern sich der Auszubildende für eine Vertiefung entscheidet.

Generalistische Pflegeausbildung: Wichtige Lerninhalte entsprechend Rahmenlehrplan und Prüfungsordnung

Damit das Wissen, das für die Ausübung des Berufs laut Pflegeberufegesetz nötig ist, vermittelt werden kann, gibt es die folgenden Richtlinien, die dem Rahmenlehrplan sowie der Prüfungsordnung entnommen wurden:

  • CE01: Start der Ausbildung

    Der Umfang des Lernpakets beträgt 70 Stunden, in der Ausbildung widmet man sich der ersten Orientierung im Beruf.

  • CE02: Unterstützung von Pflegepersonen

    Der Bereich ist auf 180 Stunden angelegt und wird im ersten Drittel der Ausbildung absolviert. Vermittelt wird das nötige Wissen zu Mobilität und Förderung von Gesundheit und Selbstständigkeit der zu pflegenden Personen.

  • CE03: Erste Erfahrungen in der Pflege

    Die Generalistik sieht vor, dass in 80 Stunden erste Erfahrungen in der Pflege gesammelt werden sollen. Wichtig sind dabei Reflexion und Kommunikation zu den Erfahrungen.

  • CE04: Gesundheitsförderung von Pflegepersonen

    Die ersten Einheiten werden erneut aufgegriffen und vertiefend behandelt, dafür sind 80 Stunden angesetzt.

  • CE05: Kurative Prozesse begleiten

    Die Auszubildenden sollen lernen, wie sie die Patientensicherheit stärken und bestimmte Pflegemaßnahmen forcieren können. Es geht unter anderem um die Verkürzung der Liegedauer von Patienten. Die Einheit umfasst 200 Stunden, es geht sowohl um Kinder als auch um alte Menschen in der Pflege.

  • CE06: Akutsituationen in der Pflege

    Die Einheit umfasst 60 Stunden und ist auf die Behandlung von Kindern und alten Leuten aufgeteilt. Es geht vor allem um die Förderung des eigenverantwortlichen Handels in Akutsituationen.

  • CE07: Soziale Teilhabe der Menschen fördern

    Die Einheit umfasst 80 Stunden und liegt im letzten Ausbildungsdrittel. Es geht um die Behandlung chronisch kranker Menschen sowie deren Einbeziehung in den Alltag.

  • CE08: Menschen in der letzten Lebensphase zur Seite stehen

    Es geht um die palliative Pflege sowie um die Unterstützung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Die Einheit umfasst 160 Stunden.

  • CE09: Selbstbestimmtes Leben unterstützen

    Die Einheit ist auf 150 Stunden ausgelegt, die Auszubildenden sollen lernen, Pflegepersonen in einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen.

  • CE10: Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern

    Die Einheit ist auf 120 Stunden orientiert und vermittelt Möglichkeiten rund um die Förderung der Entwicklung von zu pflegenden Kindern und Jugendlichen.

  • CE11: Psychisch belastete Menschen unterstützen

    Die Auszubildenden erwerben die nötigen Kompetenzen für den Umgang mit psychisch auffälligen Menschen. Die Einheit ist auf 80 Stunden angelegt.

Video: Generalistische Pflegeausbildung | Das wird besser.

Bayern, Hessen, Saarland: Ausbildungsorte für die generalisierte Ausbildung

Hamburg, Hessen, Bayern und Thüringen: Entsprechend den Vorgaben der Generalistik ist die Ausbildung in der Pflege in allen Bundesländern möglich. Dadurch, dass die Lerninhalte generalistisch ausgelegt sind, kann zum Beispiel auch zwischen Schulen in Bayern und Hessen gewechselt werden, denn die Inhalte sind überall gleich.

Die bisher genutzten Kranken- und Altenpflegeschulen sind die Lernorte, die auch für die neue Ausbildung genutzt werden. Die praktische Ausbildung wird in verschiedenen Einrichtungen angeboten, wobei zum Beispiel Einrichtungen der Kinderkrankenpflege ebenso vertreten sind wie Seniorenheime oder psychiatrische Einrichtungen.

Generalistische Ausbildung: Gehälter für Azubis und Fachkräfte

Dass das Gehalt in der Ausbildung deutlich niedriger ist, als wenn die generalistische Ausbildung abgeschlossen ist, ist klar. Dennoch bekommen Pflegefachkräfte keine umwerfend hohen Gehälter. Auch die Überarbeitungen der Pflegegesetze ändern nichts an diesem Missstand.

 

Die Liebe zu pflegebedürftigen Menschen sollte im Vordergrund stehen ( Foto: Shutterstock-Dragana Gordic )

Die Liebe zu pflegebedürftigen Menschen sollte im Vordergrund stehen ( Foto: Shutterstock-Dragana Gordic )

Gehalt in der Ausbildung

Meist wird ein tariflicher Lohn angesetzt, sodass sich die Gehälter in der Ausbildung im Durchschnitt wie folgt gestalten:

  • Erstes Lehrjahr: 1.165 Euro brutto
  • Zweites Lehrjahr: 1.230 Euro brutto
  • Drittes Lehrjahr: 1.330 Euro brutto

Die genannten Gehälter beziehen sich auf die Monatsgehälter und gelten nur für die Unternehmen, die nach Tarif bezahlen. Private Träger, die sich nicht an die Tarifvereinbarungen halten, zahlen gegebenenfalls schlechter.

Neu ist, dass die Ausbildung in der Pflege nun ebenfalls vergütet wird, was vor dem Pflegereformgesetz nicht der Fall war. Dort musste wie in Bayern und Hessen sogar Schulgeld entrichtet werden, was zu einer hohen Kostenbelastung für die Auszubildenden führte.

Bundesland Fachkräfte Altenpflege Fachkräfte Krankenpflege Alle Beschäftigten
Baden-Württemberg 3.169 3.567 3.615
Bayern 3.097 3.480 3.449
Berlin 2.866 3.322 3.242
Brandenburg 2.574 3.006 2.593
Bremen 2.823 3.575 3.475
Hamburg 3.040 3.437 3.718
Hessen 2.858 3.445 2.593
Mecklenburg-Vorpommern 2.461 2.962 2.496
Niedersachsen 2.681 3.367 3.175
Nordrhein-Westfalen 3.007 3.528 3.391
Rheinland-Pfalz 2.961 3.493 3.265
Saarland 2.925 3.644 3.392
Sachsen 2.367 3.045 2.587
Sachsen-Anhalt 2.329 3.100 2.595
Schleswig-Holstein 2.807 3.408 3.045
Thüringen 2.519 3.136 2.553
Ostdeutschland 2.515 3.107 2.707
Westdeutschland 2.977 3.493 3.434
Deutschland gesamt 2.877 3.415 3.304

Das Gehalt der Pflegefachleute

Das Einstiegsgehalt der Pflegefachleute wird mit durchschnittlich 2.300 Euro angegeben, für Nachtschichten gibt es in der Regel einen Zuschlag. Mit steigender Berufserfahrung steigt auch das Gehalt, dieses kann zudem je nach bekleidetem Posten höher ausfallen. Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen können das Gehalt ebenfalls steigen lassen.

In Bezug auf das Gehalt sind die Pflegefachleute mit Physiotherapeuten und Logopäden ungefähr vergleichbar, dennoch haben sie oft einen um ein Vielfaches schweren Job.

Generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre ( Foto: Shutterstock-Studio Romantic )

Generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre ( Foto: Shutterstock-Studio Romantic )

FAQs zur generalistischen Pflegeausbildung

Wie läuft die generalistische Ausbildung ab?

Die generalistische Ausbildung ist auf drei Jahre ausgelegt und wird in der Schule sowie in Pflegeeinrichtungen absolviert. Theorie und Praxis werden damit in der Ausbildung miteinander verbunden, wobei die Lerninhalte in den ersten beiden Ausbildungsjahren vor allem auf die universellen Pflegeinhalte fokussiert sind. Das dritte Lehrjahr dient der Spezialisierung.

Was ist generalistische Ausbildung?

Als generalistische Ausbildung gilt die Ausbildung in einem Pflegeberuf. Die Reform der Pflegeberufe brachte deren Zusammenführung mit sich, sodass verschiedene Fachrichtungen miteinander verbunden sind. Die Pflegefachkraft kann sich nach der Ausbildung um Behinderte ebenso kümmern wie um Kinder oder alte Menschen. Generell geht es darum, die Betreuten zu mehr Selbstständigkeit anzuregen.

Was ist Generalistik?

Der Begriff „Generalistik“ kommt von „Generalisieren“ und meint die Zusammenführung der verschiedenen Pflegeberufe zum Beruf der Pflegefachkraft. Die Ausbildung ist somit allgemeingültig mit angelegt, eine Vertiefung eines Fachgebiets ist möglich.

Wie lange dauert die generalistische Ausbildung?

Die generalistische Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt, mit dem Ablegen und Bestehen der Abschlussprüfung bekommt der Auszubildende den Titel „Pflegefachfrau/-mann“ verliehen.

Wie viel verdient ein Pflegefachmann?

Das Einstiegsgehalt liegt bei einem Pflegefachmann nach drei Jahren Ausbildung bei etwa 2.300 Euro brutto, die Gehälter steigen im Laufe der Berufstätigkeit auf ca. 3.300 Euro brutto an. Je nach Weiterqualifizierung und Position sind höhere Gehälter möglich.

Was verdient eine Pflegefachfrau in Deutschland?

Das Gehalt einer Pflegefachfrau in Deutschland liegt bei rund 2.300 Euro brutto im Monat und steigt später auf mehr als 3.300 Euro. Abhängig ist die Höhe des Gehalts von der Tätigkeit, der Einrichtung und damit vom Arbeitgeber sowie von der Verantwortung, die auf der jeweiligen Position zu übernehmen ist. Auch die Dauer der Beschäftigung spielt eine Rolle.

Was verdient man in der Pflege Ausbildung?

Die Pflege Ausbildung beginnt mit einem Gehalt von ca. 1.165 Euro im ersten Lehrjahr. Im zweiten Ausbildungsjahr steigert sich das Gehalt auf ca. 1.230 Euro, im dritten werden noch einmal 100 Euro mehr ausgezahlt. Die Gehälter sind ebenfalls generalistisch angelegt und belaufen sich nach der Vertiefung im dritten Lehrjahr auf einen annähernd gleichen Betrag.

Kann man die Ausbildung zur Pflegefachfrau verkürzen?

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau lässt sich verkürzen, wenn vorab bereits eine Ausbildung zur Pflegehelferin (Dauer: ein Jahr) absolviert worden ist. Diese Ausbildung wird auf die generalistische Ausbildung angerechnet und kann diese auf Antrag um ein Jahr verkürzen.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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