SAP-Zertifizierung: Kosten, Erfolsquote, Prüfungsfragen, Wiederholen

Hilft die SAP-Zertifizierung im Job? Genau genommen hilft sie angeblich sogar am besten, um beruflich nach vorn zu kommen und die Karriereleiter zu erklimmen. Die Prüfungsfragen sind allerdings nicht ganz einfach.

Der Erfolg wächst mit der SAP-Zertifizierung

Immer mehr Unternehmen setzen auf SAP und Mitarbeiter mit SAP-Zertifizierung, dies bezeugen auch die Zahlen des deutschen Herstellerkonzerns. Das Wachstum des Unternehmens geht kontinuierlich weiter, die Prognosen zeigen keine schlechteren Jahre an. Der operative Gewinn lag zum Beispiel im Jahr 2016 bei rund neun Milliarden Euro! Wer nun selbst Erfolg haben will, sollte auf dieser Welle mitschwimmen und sich mithilfe einer SAP-Zertifizierung besser positionieren.

Beförderung durch SAP-Zertifizierung

Umfassende SAP Schulungen sollen den Weg zu einer besseren Karriereposition ebnen und die Gehälter nach einer SAP-Zertifizierung zeigen, dass durchaus bessere Karrierestufen möglich sind. Innerhalb von ca. fünf Jahren nach der Zertifizierung erreichen viele ehemalige Teilnehmer an einer solchen Weiterbildung Gehälter von ca. 90.000 Euro im Jahr. Auch die Durchschnittsgehälter können sich sehen lassen, denn sie liegen zwischen 54.000 und 75.000 Euro im Jahr. Die eigene Ausbildung ist der Schlüssel zum Erfolg und gerade eine SAP-Zertifizierung wird immer häufiger benötigt, um beruflich nach vorn zu kommen.

Unterschiede zwischen SAP-Anwender und SAP-Berater

Die SAP-Zertifizierung ist sowohl für den SAP-Anwender als auch für den SAP-Berater möglich. Dabei unterscheiden sich beide jedoch geringfügig:

  • SAP-Anwender

    Hierbei geht es um die professionelle Anwendung der Software, um das reguläre Bedienen sowie Tricks und Kniffe. Unternehmen lechzen nach solchen Fachleuten, die genau wissen, wie sie mit der SAP-Software umzugehen haben. Die Vorteile der Weiterbildung liegen zum Beispiel in den Wahlmöglichkeiten: Ob Logistik oder Vertrieb, Produktion oder Controlling – verschiedene Module werden gelehrt und können individuell kombiniert werden. Damit wird mit der Weiterbildung genau der benötigte Fachbereich angesprochen.

  • SAP-Berater

    Der SAP-Berater kann die Software nicht nur entsprechend jeder Fragestellung im Unternehmen anwenden, sondern kennt sich auch mit deren Implementierung sowie der Betreuung der Systeme im betreffenden Unternehmen bestens aus. Solche Experten in einzelnen Fachbereichen (Personal, Materialwirtschaft, Versand, Business Inhouse etc.) sind gefragt!

Mit einer derartigen Ausbildung steigen die Berufschancen enorm an, sodass meist schon direkt nach der Weiterbildung bzw. nach Erhalt der SAP-Zertifizierung ein besserer Job angetreten werden kann oder der Aufstieg im eigenen Unternehmen möglich ist.

Die Prüfungsfragen sind durchaus eine Hürde zur SAP Zertifizierung. Je nach Weiterbildungsinstitut gelingt die Vorbereitung auf die Prüfung besser, was eine Wiederholungsprüfung erspart. (Foto: shutterstock - Robert Kneschke)

Die Prüfungsfragen sind durchaus eine Hürde zur SAP Zertifizierung. Je nach Weiterbildungsinstitut gelingt die Vorbereitung auf die Prüfung besser, was eine Wiederholungsprüfung erspart. (Foto: shutterstock – Robert Kneschke)

Rund um die Prüfungen: SAP-Zertifizierung lässt sich wiederholen

Sicherlich ist es so, dass dank einer Weiterbildung zum SAP-Berater bessere Karriereaussichten winken. Allerdings steht zwischen dem aktuellen Zustand und der glänzenden Karriere noch eine Prüfung! Dabei gelten die SAP-Prüfungen keineswegs als Kinderspiele, sie sind sehr anspruchsvoll und vor allem für diejenigen leichter zu meistern, die eine gewisse Praxiserfahrung mitbringen.

Prüfungsfragen zur SAP-Zertifizierung: Eine kleine Auswahl

Die folgenden Fragen sind nur beispielhaft zu sehen und können in der Prüfung natürlich abgeändert erscheinen oder gänzlich weggelassen werden. Sie geben einen kurzen Überblick über die Art der Prüfungsfrage und den Anspruch, der an die Teilnehmer gestellt wird. Die Fragen (genauer: die vorgestellten Aussagen) sind mit „richtig“ oder „falsch“ zu beantworten:

  • „Der Status eines Verwaltungssatzes wurde auf „Frei zur Korrektur“ geändert. Die Infotypen, die beteiligt waren, sind entsperrt.“
  • „Reihenfolge und Inhalt eines Programmablaufs werden mit dem Abrechnungsschema eines Personalrechnungslaufs beschrieben.“
  • „Werden Ergebnisse einer Abrechnung durch die Funktion „Ergebnisse prüfen“ eingefroren, können Infotypen nicht mehr verändert werden.“
  • „Abweichende Konten können für verschiedene Kostenstellen für unterschiedliche Infotypen hinterlegt werden.“
  • „Abrechnungsergebnisse werden in die Finanzbuchhaltung übergeleitet. Das führt zu einem Buchungssatz als Verbindlichkeit an Aufwand.“
  • „Für einen Buchungslauf gibt es verschiedene Arten: Testlauf ohne Belege, Simulationslauf mit Simulationsbelegen oder Wiederholungslauf mit bereits geprüften Belegen.“
  • „Wird ein Verwaltungssatz von „Frei zur Korrektur“ auf „Frei zur Abrechnung“ geschalten, wird die aktuelle Periode um 1 erhöht.“
  • „Ist der Buchungslauf produktiv, darf er beliebig wiederholt werden.“
  • „Änderungen an der Datenbank werden nur dann vorgenommen, wenn die Abrechnung in Ordnung war und es sich um eine Abrechnungssimulation handelt.“
  • „Ist der Buchungslauf in der Personalabrechnung produktiv, darf er storniert werden.“

Wiederholen der Prüfung

Wer hat beim ersten Durchlesen gewusst, was richtig und was falsch ist? Wer nicht, der muss die Prüfung zur SAP-Zertifizierung gegebenenfalls wiederholen. Die Prüfungsfragen sind kompliziert und teilweise erst nach mehrmaligem Lesen verständlich. Kommt dann noch der Zeitdruck hinzu und fühlt sich der Prüfling gestresst, wird es schwierig, diese Prüfungsfragen schnell und dennoch richtig zu beantworten. Ein gutes Weiterbildungsinstitut wird freilich alles daran setzen, die Prüflinge und Lehrgangsteilnehmer auf die Prüfung vorzubereiten. Wird ein Wiederholen der Prüfung dennoch nötig, wird in der Regel eine kostenfreie Wiederholungsprüfung angeboten, das gilt sowohl für die Prüfung zum SAP-Berater als auch zum SAP-Anwender. Die Kosten für die Zertifizierung nach dem Wiederholen muss in der Regel das Weiterbildungsinstitut tragen.

Durch strukturierte Lerninhalte und Dozenten, die die Wissensbereiche sehr gut vermitteln, tendiert die Erfolgsquote der Teilnehmer allerdings immer weiter nach oben. Eine hohe Durchfallquote ist ein Anzeichen für ein schlechtes Lernangebot und ungünstig vermittelte Inhalte.

Die Erfolgsquote bei Prüfungen zu SAP-Zertifizierungen ist hoch, auch wenn im Internet einige Unkenrufe zu finden sind, welche das Gegenteil behaupten. (Foto: shutterstock - fizkes)

Die Erfolgsquote bei Prüfungen zu SAP-Zertifizierungen ist hoch, auch wenn im Internet einige Unkenrufe zu finden sind, welche das Gegenteil behaupten. (Foto: shutterstock – fizkes)

Erfolgsquoten und Kosten der SAP-Zertifizierung

Es ist keineswegs garantiert, dass am Ende der Weiterbildungsmaßnahme die SAP-Zertifizierung steht und dass es wirklich damit klappt. Doch die Bestehensquoten sind hoch und die Institute bemüht, sie immer weiter nach oben zu bringen. Dabei ist besonders auffällig, dass die Weiterbildung zum SAP-Anwender mit besonders hohen positiven Quoten belegt ist. Rund 99,4 Prozent der Teilnehmer bestehen die Prüfungen!

Hohe Erfolgsquote sorgt für Motivation

Natürlich sind die Teilnehmer, die den erfolgreichen Abschluss ihrer SAP-Zertifizierung vor Augen haben, deutlich motivierter. Bei einer Quote von annähernd 100 Prozent ist es nicht verwunderlich, dass die Teilnehmer sogar davon ausgehen, die Prüfungsfragen zu bewältigen und nicht wiederholen zu müssen. Es ist klar, dass diese Erfolgsquote erstaunlich hoch ist, doch sie wird von verschiedenen Instituten genannt. Gut ausgebildete Dozenten und Lehrgangsleiter sorgen dafür, dass die Teilnehmer die passenden Lerninhalte vermittelt bekommen und ausreichend auf die Prüfungen vorbereitet werden.

Bei der Weiterbildung zum SAP-Berater ist die Erfolgsquote nicht ganz so hoch, hier liegt sie bei etwa 94 Prozent. Doch das bedeutet immer noch, dass fast jeder, der zu den Prüfungsfragen antritt, diese auch kennt!

Im Netz ist allerdings auch über Institute zu lesen, bei denen die Erfolgsquoten gerade einmal 20 Prozent betragen, teilweise sogar noch weniger. Wenn von 14 Teilnehmern nur zwei die Prüfung bestehen, liegt der Verdacht nahe, dass es an der mangelnden Vorbereitung seitens der Lehrer oder an der nicht ausreichenden Vermittlung des Fachwissens liegt.

Wichtig sind dabei aber auch die Vorkenntnisse, denn wer bereits beruflich mit SAP zu tun hatte, wird sich mit der SAP-Zertifizierung deutlich weniger schwertun. Auch wenn die Dozenten meist beteuern, dass das reine Schulungswissen ausreichend sei und dass bei den Prüfungsfragen nur das Wissen abgefragt wird, welches auch in den Unterlagen zu finden sein muss, so widerspricht das der gängigen Praxis. Diese besagt nämlich, dass auch die Real-Life-Kompetenz nicht ohne Belang ist. Nur aus den Unterlagen auswendig zu lernen, reicht in der Prüfung nicht aus und wird spätestens in der praktischen Anwendung im Unternehmen zum Problem. Die Teilnehmer, die bei solchen Prüfungen bestanden haben, zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie über ein wenig praktisches Wissen verfügen.

Kosten für die SAP-Zertifizierung: mögliche Förderung

Auch wenn immer die Rede davon ist, dass eine Investition in Bildung eine gute Idee ist, so muss das dafür nötige Kleingeld doch erst einmal vorhanden sein. Im Fall der SAP-Zertifizierung handelt es sich noch nicht einmal um Kleingeld, denn die Kosten für eine SAP Associate Zertifizierung belaufen sich auf rund 400 Euro. Die Professional Zertifizierung kostet noch einmal 200 Euro mehr und beläuft sich damit auf rund 600 Euro.

Arbeitsagentur und Jobcenter fördern die SAP-Weiterbildung mit bis zu 100 Prozent. Nötig ist dafür allerdings der Bildungsgutschein, der auf Antrag hin vergeben wird. Mit ihm lassen sich gezielt Weiterbildungen angehen und finanzieren. Dabei sichert der Bildungsgutschein nicht nur die Übernahme der Weiterbildungskosten zu, sondern auch

  • die Kosten für An- und Abfahrt,
  • für die Unterbringung bei einer auswärtigen Weiterbildung,
  • für Verpflegung und
  • Kosten für die Betreuung der Kinder, sofern diese nicht anderweitig (kostenlos) abgesichert werden kann.

Da die SAP-Zertifizierung bzw. die zugehörige Weiterbildung komplett von zu Hause aus durchgeführt werden kann und demzufolge gänzlich digital abläuft, entfallen allerdings Unterbringungs- und Fahrtkosten. Der Bildungsgutschein ist dennoch hilfreich, denn über ihn lassen sich die Teilnehmergebühren finanzieren.

Wer eine Zertifizierung zum SAP-Anwender oder zum SAP-Berater ins Auge fasst, dem geht mehr als eine Frage durch den Kopf. Die folgenden Fragen erreichen unsere Redaktion immer wieder und wir haben uns entschlossen, sie hier umfassend zu beantworten. (Foto: shutterstock - GaudiLab)

Wer eine Zertifizierung zum SAP-Anwender oder zum SAP-Berater ins Auge fasst, dem geht mehr als eine Frage durch den Kopf. Die folgenden Fragen erreichen unsere Redaktion immer wieder und wir haben uns entschlossen, sie hier umfassend zu beantworten. (Foto: shutterstock – GaudiLab)

Häufig gestellte Fragen rund um die SAP-Zertifizierung

Wie lange ist ein SAP Zertifikat gültig?

Wer den Abschluss als SAP-Berater hat, kann das SAP-Zertifikat ein Leben lang nutzen, eine maximale Gültigkeit gibt es dafür nicht. Allerdings ist der Nachweis des Zertifikats meist nur innerhalb der ersten Jahre nach Erhalt nötig. Später reicht Arbeitgebern meist ein Nachweis über die tatsächlichen Arbeitsleistungen und die Unternehmen, in denen ein Bewerber als SAP-Berater tätig war.

Was verdient ein SAP Berater?

Ein SAP Berater kann innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Schulung und nach Erhalt des Zertifikats in hohe Gehaltsklassen aufsteigen und verdient dann bis zu 90.000 Euro oder mehr. Das durchschnittliche Gehalt direkt nach dem Einstieg als Berater liegt bei ca. 47.000 Euro. Inhouse-Consultants für SAP können ein Durchschnittsgehalt von 62.700 Euro bekommen, die Gehaltsspanne liegt zwischen 54.000 und 75.000 Euro.

Wie werde ich ein SAP Berater?

Spezielle Weiterbildungen zum SAP-Berater ebnen den Weg und enden mit der Vergabe eines entsprechenden Zertifikats. Auch eine fundierte Ausbildung zum SAP-Berater sowie die praktische Projekterfahrung führen in Kombination zum Erfolg. Die Weiterbildung ist ohne spezielles Vorwissen möglich und auch komplett digital wahrzunehmen. Für Quereinsteiger ist die SAP-Zertifizierung essenziell.

Was kostet ein SAP Zertifikat?

Die Kosten für ein SAP Zertifikat liegen bei ca. 400 Euro für die Associate Zertifizierung. Die Professional-Zertifizierung hingegen kostet rund 600 Euro. Die Weiterbildung ist voll förderfähig und kann zum Beispiel mit dem Bildungsgutschein finanziert werden.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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